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Hypothyreose - Schilddrüsenunterfunktion bei Hund und Katze

Die Hypothyreose bezeichnet die Schilddrüsenunterfunktion bei Hund und Katze. Während Katzen meist von der Hyperthyreose als Schilddrüsenüberfunktion betroffen sind, leiden unter einer Schilddrüsenunterfunktion meist Hunde. Kennzeichnend für die Schilddrüsenunterfunktion ist eine Mangelerscheinung an in der Schilddrüse gebildeten Hormonen

Vorkommen

Eine Schilddrüsenunterfunktion wird vorrangig bei größeren Hunden zwischen zwei und sechs Jahren, seltener bei Katzen beschrieben. Vor allem Beagle, Golden Retriever und Boxer sind oft von der Hypothyreose betroffen. Meist besteht eine Schilddrüsenunterfunktion aufgrund einer zu klein ausgebildeten oder sich organisch verändernden Schilddrüse. Ein Ansteckungswert besteht nicht, genealogische Ursachen liegen nahe.

Ursachen

Die Ursache für die Krankheitserscheinungen bei vorliegender Schilddrüsenunterfunktion wird vor allem im zunehmenden Verlust von Schilddrüsengewebe gesehen. Dies geschieht entweder durch autoimmune Vorgänge oder iatrogen (unbekannter Grund). Da es sich bei der Hormonbildung in der Schilddrüse um ein sehr komplexes System handelt, werden auch Fehlinformationen durch die Hirnanhangdrüse (Hypophyse) vermutet.

Symptomatik

Kennzeichnend für einen Verdacht auf Hypothyreose sind zunehmende Leistungsschwäche, Gewichtszunahme, Veränderungen im Wesen des Tieres, eine veränderte Herzfrequenz, Veränderungen in der Struktur des Felles und der Haut (glanzlos, stumpf, trocken, schuppig, fettig, kahl) aber auch Ödeme, manchmal Fortpflanzungsstörungen oder auch Lahmheit bis hin zu Anfallsleiden. Da alle Symptome sehr individuell ausgeprägt sind und unspezifisch auftreten, kann nur eine tierärztliche Untersuchung mit labortechnischer Erhebung eine klare Diagnose bringen.

Diagnose

Eine Laboruntersuchung des Blutes ist darauf ausgerichtet, die Produktion der Hormone zu überprüfen. Dabei wird ein so genanntes Schilddrüsenprofil erstellt, was beispielsweise Aufschluss über T4, T3, freies T4 und TSH gibt. Aufgrund dieser Werte kann eine Hypothyreose diagnostiziert werden. Eine Szintigrafie zur bildgebenden Darstellung der Schilddrüse untermauert einen Anfangsverdacht.

Therapie und Prognose

Die Hypothyreose an sich ist nicht heilbar, allerdings lässt sich der Gesamtzustand des Tieres grundlegend verbessern. Dazu ist eine lebenslange Gabe von L-Thyroxine-Tabletten erforderlich. Die genaue Dosierung und Einstellung nimmt der Tierarzt vor. Die Tabletten helfen, der Hormonunterversorgung entgegenzusteuern. Allerdings ist damit zu rechnen, dass bestimmte äußere Krankheitszeichen bei Therapiebeginn verstärkt auftreten, besonders bezüglich der Fell- und Hautqualität. Bei andauernder Behandlung stellt sich jedoch auch hier eine annähernde Normalität ein.

Ergänzungen

Da eine vernünftige Therapie nur bei klarer Diagnose erfolgen kann, muss die Hypothyreose klar von ähnlichen Krankheitsbildern, wie beispielsweise dem Cushing-Syndrom, abgegrenzt werden.