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Dämpfigkeit beim Pferd

Die Dämpfigkeit umschreibt eine manifestierte Lungenerkrankung beim Pferd miteinem chronischen Verlauf infolge der Zerreißung von Lungenbläschen. DieDämpfigkeit selbst hat keinen ansteckenden Charakter, ist aber als erheblicheEinschränkung der Lebensqualität und der Leistungsfähigkeit eines Pferdes zubetrachten und tierärztlich behandlungsbedürftig.


Vorkommen


Besonders oft sind Pferde ab einem Alter von über fünf Jahren und beiüberwiegender Stallhaltung von der Dämpfigkeit betroffen. Jüngere Tiere leidenseltener an der bronchialen Atemwegserkrankung. Eine epidemische Ausbreitungist nicht zu erwarten, da die Dämpfigkeit in Folge von Rissen derLungenbläschen nach nicht ausgeheilten Erkältungen bei Überanstrengung undUnterkühlung auftritt.


Symptome

Auffällig bei einem Verdacht auf Dämpfigkeit sind vor allem die lange undangestrengte Phase des Ausatmens, oftmals verbunden mit einer Unterstützungdurch die Bauchmuskulatur. Dadurch kommt es zwischen Rippenbogen undBauchmuskulatur zu einer Einkerbung, die auch als Dampfrinne bezeichnet wird.Fällt die erschwerte Atmung zu Beginn der Erkrankung noch nicht auf, soentwickelt sie sich allmählich zu zunehmender Atemnot mit einem schnelleren undflachen Atemrhythmus und teilweise pfeifenden Geräuschen beim Ausatmen.Spätestens dann wird auch der Verlust der Leistungsfähigkeit spürbar.

Diagnose

In der Abgrenzung von gelegentlich auftretenden Erkältungsbeschwerden mitHusten oder Atemwegsreizungen und kurzem Krankheitsverlauf ist die Dämpfigkeitbeim Pferd als Folge einer irreparablen Lungenschädigung zu sehen. DämpfigePferde haben ein asthmatisches Atemverhalten, bei dem die Phase des Ausatmensdeutlich verlängert ist und mit gelegentlichem trockenem Husten und pfeifendenAtemgeräuschen verbunden ist. Als Ursache kommen oftmals nicht ausgeheilteErkältungen und Bronchitis in Frage.

 

Therapie und Prognose

Die Dämpfigkeit beim Pferd ist als chronische Erkrankung generell nichtheilbar. Lediglich die weitere Entwicklung der Atembeschwerden kanntherapeutisch aufgehalten werden. Feuchtes Futter, staubarme Umgebung, Ruhe undregelmäßiger Weidegang helfen, die Symptome zu lindern. Das geschädigteLungengewebe selbst kann nicht wiederhergestellt werden. Es empfiehlt sich einetierärztliche Beobachtung, um eine fortschreitende Lungenschädigung zuvermeiden.

 

 

Ergänzungen


Ein dämpfendes Pferd sollte nicht mehr geritten oder anderweitig anstrengendgenutzt werden, um ein weiteres Fortschreiten der Erkrankung zu vermeiden.Insofern bietet sich auch in der Stallhaltung viel Ruhe und nur wenig Bewegungan. Reizende Dämpfe, Staub und trockenes Futter sowie trockene Einstreu solltenmöglichst vermieden werden.