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HCM - Hypertrophe Kardiomyopathie bei Hund und Katze

HCM – Hypertrophe Kardiomyopathie wird bei Hunden und Katzen, aber auch bei Schweinen und Menschen beobachtet. Unter HCM wird eine krankhafte Verdickung des Herzmuskels nach innen verstanden. Dabei wächst der Herzmuskel vor allem der linken Herzseite nach innen zu einer mehrfach normalen Stärke an. In der Folge wird das transportierbare Blutvolumen deutlich geringer, Herzversagen, plötzlicher Herztod und Thrombosen sind die Folge.


Vorkommen

Bei den Katzen gehört HCM zur am meisten diagnostizierten Herzkrankheit, beim Hund kommt die Hypertrophe Kardiomyopathie eher selten vor. Bei der erblich bedingten Variante breitet sich HCM über die Weitergabe des entsprechend veränderten Gens an die Nachkommen aus. Symptome werden meist erst nach 9 Lebensmonaten bis zum fünften Lebensjahr erkennbar. Auch wenn oftmals noch angenommen wird, dass HCM eine nur erworbene oder Folgeerkrankung ist, haben zumindest amerikanische Studien an Maine Coon Katzen einen genealogischen Übertragungsweg untermauert.

Ursachen

Zumindest bei den Maine Coone Katzen wird die Weitergabe eines verantwortlichen Gens für die Herzmuskelerkrankung HCM verantwortlich gemacht. Ansonsten wird davon ausgegangen, dass HCM nicht ab der Geburt auftritt, sondern sich langsam entwickelt. Bei Katzen unter 6 Monaten wurde bisher kein HCM diagnostiziert, darüber hinaus zeigt sich die Hypertrophe Kardiomyopathie bei Katzen und Hunden als ein länger andauernder Prozess der Gewebeveränderung im Herzen.

Symptomatik

Typische Anzeichen für den Erstverdacht auf HCM ist vor allem ein verändertes Verhalten der Hunde und Katzen mit schleichender Ausprägung. Der Spiel- und Jagdtrieb lässt allmählich nach, die Tiere werden zunehmend weniger belastbar, obwohl keine anderen Erkrankungen feststellbar sind. Flüssigkeitsansammlungen in der Lunge führen oftmals zu Atemproblemen bei schwerer, geräuschvoller Atmung und Hecheln. Teilweise werden Lähmungen der Hinterbeine wegen festsitzender Blutklumpen beschrieben. Oftmals fallen betroffene Tiere wegen schwerer Herzrhythmusstörungen einfach tot um oder zeigen Ohnmachtsanzeichen.

Diagnose

Die Diagnose von HCM lässt sich nach einem Erstverdacht wegen unregelmäßiger Herzgeräusche nur durch einen Ultraschalltest mit hoher Auflösung untermauern. Dabei erkennt der erfahrene Tiermediziner die Unregelmäßigkeiten im Wachstum des Herzens und den veränderten Blutdurchfluss. Bei Verdacht auf HCM, vor allem bei Rassekatzen, empfiehlt sich ein regelmäßiger Test im Alter von einem Jahr, drei Jahren, fünf Jahren und acht Jahren. Darüber hinaus werden bei Hunden und Katzen die Ultraschalltests nur sinnvoll, wenn eine entsprechende Symptomatik vorliegt und/oder eine Zucht beabsichtigt ist.

Therapie und Prognose

Die Hypertrophe Kardiomyopathie ist nicht heilbar. Allerdings kann die Lebensdauer und die Lebensqualität der Tiere durch eine medikamentöse Dauerbehandlung günstig beeinflusst werden. Eingesetzt werden zur Behandlung ACE-Hemmer und Beta-Blocker, die sich insgesamt positiv auf den Allgemeinzustand der Tiere und einen erleichterten Blutdurchfluss auswirken.

Ergänzungen

HCM kommt vor allem bei einigen Rassekatzen vor. Daher empfiehlt sich bei Zuchtbestrebungen die regelmäßige Ultraschalluntersuchung bei zuchtrelevanten Tieren.