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Parvovirose beim Hund

Die Parvovirose beim Hund ist eine hoch ansteckende und akut verlaufende virale Erkrankung, die besonders bei Welpen zwischen der 2. und 16. Lebenswoche und bei älteren Tieren auftritt. Verursacht durch den Erreger Canine Parvovirus kann bei nicht behandelten Hunden oftmals ein kurzer, tödlicher Verlauf beobachtet werden. Auch wenn die Erreger eng mit den Erregern der Katzenseuche verwandt sind, ist eine Übertragung von Katze zu Hund nicht bekannt.


Vorkommen

Die Parvovirose beim Hund tritt rasseübergreifend und in allen geografischen Regionen auf. Verbreitet wird der Erreger durch die Ausscheidungen infizierter Hunde ebenso, wie durch eine indirekte Übertragung über den Menschen, verseuchte Kleidung und andere Gegenstände. Prophylaktisch empfiehlt sich eine entsprechende Impfung, die in regelmäßigen Abständen wiederholt werden muss, da sich die Erreger als sehr resitent gegen Desinfektionsmittel und andere äußerliche Maßnahmen zeigen.

Ursache

Der Erreger Canine Parvovirus ist erst seit Mitte der 1970er Jahre bekannt. Das Virus nistet sich in den Zellen des Knochenmarks, der Darmschleimhaut, des Lymphsystems und teilweise auch im Herzmuskel ein und führt in seiner Ausbreitung zu den schwerwiegenden Symptomen.

Symptomatik

Hunde mit Parvovirose fallen durch Apathie, blutigen und wässrigen Durchfall und Erbrechen auf. Antriebslosigkeit, Mattigkeit und Appetitlosigkeit kommen dazu. Die Inkubationszeit beträgt zwischen zwei und 14 Tagen. Stellen sich beim Hund die typischen Anzeichen ein, ist schnelles Handeln erforderlich.

Diagnose

Die Diagnose Parvovirose beim Hund wird tierärztlich durch entsprechende Befunde der Ausscheidungen auf labortechnischem Weg gestellt. Mittlerweile sind sogenannte Schnelltests auf dem Markt (Antigen-ELISA) mit denen direkt in der Praxis eine erste Diagnose gestellt werden kann. Bei Verdacht auf Parvovirose ist ein unverzügliches tierärztliches Eingreifen dringend erforderlich, da die Erkrankung unbehandelt meist tödlich endet.

Therapie und Prognose

Bei der tierärztlichen Behandlung wird der Hund zunächst mit stärkenden Infusionen behandelt, zugleich werden Antibiotika verabreicht. Eine direkte Behandlung unter Bekämpfung der Erreger selbst ist nicht möglich. Daher empfiehlt es sich, Hunde generell gegen Parvovirose impfen zu lassen und diese Impfung auch turnusmäßig zu wiederholen. Das gibt die notwendige Sicherheit gegen den lebensbedrohlichen Virus, der sich bei Raumtemperatur durchaus auch bis zu einem Jahr außerhalb des Wirtstieres überlebensfähig zeigt. Wird der infizierte Hund rechtzeitig und gründlich behandelt, bestehen berechtigte Heilungschancen, sofern das Tier darüber hinaus gesund und kräftig genug ist. Besonders Welpen überleben eine Parvovirose oftmals nicht, da ihr Immunsystem noch nicht ausreichend entwickelt ist.

Ergänzungen

Die Parvovirose beim Hund gehört mit zu den ansteckendsten und gefährlichsten Hundekrankheiten. Aufgrund der speziellen Symptomatik der Erreger ist sie nur schwer eingrenzbar. Daher sollte die Impfung gegen Parvovirose zum Standard einer vernünftigen Hundehaltung gehören.