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Hufrollenentzündung beim Pferd


Die Hufrollenentzündung ist beim Pferd eine oftmals diagnostizierte, schmerzhafte Huferkrankung, die die komplexe Struktur besonders der Vorderhufe betrifft. Eine unbehandelte Hufrollenentzündung führt zum Lahmen des Pferdes und stellt eine erhebliche Beeinträchtigung der Lebensqualität und Leistungsfähigkeit der Tiere dar. Unterschieden wird zwischen eitrigen Prozessen und nichteitrigen Entzündungen der Hufrolle.


Vorkommen

Die Hufrollenentzündung kann aufgrund unterschiedlicher Ursachen bei allen Pferden unabhängig von Rasse und Haltungsform auftreten. Der entzündliche Prozess ist nicht ansteckend, jedoch sehr schmerzhaft. Besonders Reitpferde sind oftmals wegen der höheren Belastung der vorderen Extremitäten betroffen.

Ursachen

Ursächlich sind oftmals Über- oder Unterbelastungen, falsch ausgeformte Trachten oder Fehlbildungen im komplexen System des Hufgelenkes, besonders im Strahlbein.

Symptomatik

Auffällig werden Tiere mit Hufrollenentzündung meist durch einen klammen, abgestumpft wirkenden Gang und die versuchte Entlastung des schmerzhafteren Hufes. Da die Hufrollenentzündung oftmals beide Vorderbeine betrifft, ist die optische Diagnose nicht immer ganz einfach. Deutliche Lahmheit in Verbindung mit Veränderungen in der unteren Struktur des Hufes weist auf eine Hufrollenentzündung hin. Die Pferde fallen zunehmend in Entlastungshaltungen und sind als leistungsfähige Reit- oder Springpferde kaum noch zu gebrauchen. Bei fortgeschrittener Entzündung zeigen sich die Pferde bewegungsunwillig, gelegentliches Stolpern tritt auf.

Diagnose

Eine sichere Diagnose der Hufrollenentzündung kann neben sichtbaren Anzeichen am Vorderhuf vor allem durch die so genannte Keilprobe gestellt werden. Dabei wird der scheinbar erkrankte Fuß über längere Zeit auf den hohen Teil eines Keiles gestellt, das andere Bein angehoben. Dadurch entsteht eine größere Streckung im Fuß, bereits beobachtete Lahmheiten werden nach der Entlastung länger anhaltend sichtbar. Röntgenaufnahmen und Ultraschall können bei der Lokalisation der Entzündung helfen.

Therapie und Prognose

Ist eine Hufrollenentzündung tierärztlich sicher diagnostiziert scheidet die Verwendung des Pferdes als Reitpferd deutlich aus. Eine Behandlung bezieht sich meist auf eine Umformung des Hufes, in dem dieser stumpfer gemacht wird, um die Belastung zu verschieben. Auch künstlich erhöhte Trachten kommen in Frage. Die Gabe schmerzlindernder Medikamente in Begleitung eines mehrwöchigen Weideganges ohne Belastung unterstützt den Prozess der Therapie. Stoßvermeidung, orthopädische Behandlungen und schmerzlindernde Entzündungshemmer gehören heute zu den Standards.

Ergänzungen

Die Hufrollenentzündung ist eine Erkrankung, die sich nicht gänzlich austherapieren lässt. Daher ist nach der Diagnose und tierärztlichen Behandlung eine schonende und artgerechte Haltung auf der Koppel und das Vermeiden zu harter Böden die probate Art, dem Tier ein erträgliches Leben zu gewähren.