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Hufrehe beim Pferd

Die Hufrehe ist eine schmerzhafte Erkrankung der Hufe, bei der sich innerhalb recht kurzer Zeit die Huflederhaut entzündet und eine Ablösung der Hufkapsel von der Lederhaut stattfindet. Die Hufrehe ist ein akuter Notfall und bedarf der sofortigen tierärztlichen Behandlung.


Vorkommen

Eine Hufrehe kann praktisch bei allen Pferden auftreten, ist meist mit Vergiftungserscheinungen verbunden, jedoch nicht infektiös und aseptisch.

Ursachen

Unterschieden wird je nach ursächlicher Entstehungsweise nach Belastungsrehe, Futterrehe, Geburtsrehe, Vergiftungsrehe, Medikamentenrehe oder auch Rehe durch Wasseraufnahme. In jedem Fall bedarf die Rehe einer dringenden tiermedizinischen Behandlung.

Symptomatik

Zunächst ändert sich die Temperatur der Hufe, die anfangs etwas kühler, schnell aber auch wärmer als normal erscheinen. Dazu kommen sichtbare Veränderungen, beispielsweise mit einem geschwollenen Kronrand. Der Gang des Pferdes wird flach, die Schritte kürzer. Teilweise verweigern die Pferde jede Bewegung. Im weiteren Verlauf werden die Tiere zunehmend ängstlich, der Atem wird flacher, eine häufige Neigung zum Ablegen wird beobachtet. Eine akute Hufrehe läuft in einem Vierphasenmodus ab, wobei zunächst im Schritt keine Auffälligkeiten sichtbar sind, der Trab jedoch steif erscheint. Bis zur vierten Phase wird das Tier zunehmend bewegungsunwilliger, bis es schließlich ganz verweigert und teilweise auch das Fressen wegen zu hoher Schmerzen einstellt. Der gesamte akute Verlauf kann innerhalb weniger Minuten bis Stunden beobachtet werden.

Diagnose

Eine Entzündung mit lokalen Durchblutungsstörungen bildet im Huf Ödeme und Schwellungen und nachfolgend zu Minderdurchblutungen. Die schmerzhafte Erkrankung führt zu Bewegungsunlust und einem abweichenden Auftritt des Pferdes. Meist wird die Belastung der Hufspitze vermieden, die betroffenen Beine werden jeweils weit voran gestellt oder abwechseln angehoben. Eine sichere Diagnose kann der Tierarzt aber auch der erfahrene Hufschmied stellen, eine sofortige tierärztliche Behandlung ist unumgänglich. Bei einem Verlauf über 48 Stunden spricht man von einer chronischen Rehe mit entsprechenden Folgeerscheinungen bis hin zur Hufkapselablösung.

Therapie und Prognose

Die erste therapeutische Maßnahme bei Verdacht auf Hufrehe ist das Kühlen des betroffenen Hufes. Sofortige Verständigung des Tierarztes ist erforderlich. Eine sofortige Nahrungsumstellung unter Verzicht auf Heu empfiehlt sich in jedem Fall. Ist ein Transport notwendig, sollen die Hufe gepolstert werden. In der langfristigen Therapie sind eine Förderung der Durchblutung und die Schmerzlinderung zentral. Weitere Behandlungsmethoden wie etwa hufformende Veränderungen muss der Tierarzt festlegen. Die Heilungschancen sind vom Stadium der Entzündung und dem Ausmaß der bereits feststellbaren Abweichungen abhängig. In schweren Fällen empfiehlt sich das Einschläfern der Tiere.

Ergänzungen

Da eine Hufrehe innerhalb von wenigen Minuten schmerzhaft wird und bereits nach zwei Tagen manifest ist, erfordert jeder Verdacht auf Hufrehe den sofortigen und energischen tierärztlichen Einsatz und Befund. Vorbeugend ist vor allem in der Fütterung der Pferde einer Futter- oder Vergiftungsrehe prophylaktisch zu begegnen.