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Herzklappenfehler beim Pferd


Ein Herzklappenfehler beim Pferd ist eine eher seltener auftretende Erkrankung mit unterschiedlichen Ursachen und Auswirkungen. Während angeborene Herzklappenfehler eher selten sind, zeigen sich erworbene Herzklappenfehler bei älteren Tieren öfter. Ursachen sind oftmals Entzündungen des Herzmuskels aber auch die Auswirkungen eines zu straffen Trainings über längere Zeit hinweg. Die Leistungsfähigkeit der Tiere wird zunehmend eingeschränkt, da die normale Blutzirkulation nur noch vermindert stattfindet.


Vorkommen

Etwa 0,3 Prozent aller Pferde werden mit Herzfehlern geboren. Die meisten Herzfehler, so auch die Herzklappenfehler, werden erworben. Dabei spielen Belastung und Alter der Tiere ebenso eine Rolle wie mögliche Erkrankungen, besonders Entzündungen des Herzmuskels. Herzklappenerkrankungen sind nicht vererbbar und nicht ansteckend. Dennoch empfiehlt sich eine tierärztliche Betreuung.

Symptomatik

Während die medizinischen Auswirkungen des Herzklappenfehlers meist nur vom Tierarzt festgestellt werden können, fällt dem Tierhalter vor allem eine eingeschränkte Leistungsfähigkeit in verschiedenem Ausmaß auf. Von der schnellen Leistungsabnahme bei Belastung bis hin zu chronischen Verweigerungen mit Angstzuständen und einem schlaffen Gesamtauftritt reicht die Spannbreite der Symptome. Da Herzklappenfehler niemals plötzlich auftreten, ist die Symptomatik der Erscheinungen eher schleichend als akut zu beobachten. Dennoch können Tiere mit Herzklappenfehlern oftmals ein recht normales Leben führen.

Diagnose

Ein Herzklappenfehler wird oftmals bei der tierärztlichen Allgemeinuntersuchung des Pferdes festgestellt. Von der Norm abweichende Herzgeräusche und anhaltende Fließgeräusche können vom versierten Tierarzt einem Herzklappenfehler zugeordnet werden. Ein Elektrokardiogramm kann weiteren Aufschluss bieten. Auch Ultraschalluntersuchungen sind angezeigt.

Therapie und Prognose

Ein tierärztlich festgestellter Herzklappenfehler macht die meisten betroffenen Pferde für den Reitsport ungeeignet. Dennoch können die Tiere oftmals gut bewegt werden und zeigen bei normaler Belastung keine erheblichen Störungen. Für die Therapie der Herzklappenfehler werden Medikamente mit herzstärkender Wirkung eingesetzt. Die überwiegende Koppel- und Weidehaltung kommt der Sauerstoffversorgung im Blut der Tiere zugute. Überanstrengungen sollten in jedem Fall vermieden werden. Operative Eingriffe sind zu teuer und oftmals auch wenig hilfreich. So beschränkt sich die Therapie auf eine gesunde und artgerechte Haltung der Tiere bei Vermeidung von Überanstrengung. Auch so können betroffene Tiere meist ein recht erfülltes Leben genießen.

Ergänzungen

Auch wenn festgestellte Herzklappenfehler die Belastbarkeit des Pferdes einschränken, bleiben die Tiere bei leichten Verlaufsformen normal belastbar. Eine artgerechte Fütterung und Haltung befördert das allgemeine Wohlbefinden der Tiere.