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CEM - Ansteckende Gebärmutterentzündung beim Pferd

Die meldepflichtige ansteckende Gebärmutterentzündung beim Pferd (CEM - Contagious Equine Metritis) ist eine Infektionskrankheit der Geschlechtsorgane von Pferden, die besonders bei Vollblütern häufiger diagnostiziert wird. Auch der symptomlose Verlauf der Gebärmutterentzündung stellt eine gefährliche Erkrankung dar, die wegen ihrer Übertragbarkeit auf andere Pferde Seuchencharakter aufweisen kann.

 

Vorkommen

In den 1970er Jahren wurde CEM erstmals in Großbritannien diagnostiziert. Aufgrund der speziellen Verbreitungsart und der oftmals schwer nachvollziehbaren Infektionswege sind der Ursprung und die Verbreitungsgeschwindigkeit schwer nachvollziehbar. Es wird davon ausgegangen, dass zumindest alle mitteleuropäischen Länder und einige Staaten Osteuropas und des Baltikums betroffen sind. Vorkommen in Übersee sind seltener bekannt.

Übertragung

Die ansteckende Gebärmutterentzündung wird beim Pferd meist durch den Geschlechtsakt, aber auch durch künstliche Besamung übertragen und wird daher auch als Deckseuche bezeichnet. Verantwortlich für die Infektion ist Taylorella equigenitalis, ein Bakterium, das sich an und in den Geschlechtsorganen einnistet. Die Bakterien werden bei der Deckung der Stute übertragen und führen zur Entzündung der Gebärmutter.

Symptomatik

Äußere Anzeichen einer Infektion bei der Stute sind ein schleimiger Ausfluss in milchiger Erscheinung aus der Scheide etwa zehn Tage bis zwei Wochen nach dem Deckakt. Eine infizierte Stute wird nicht erfolgreich befruchtet. Bei Hengsten, die das Bakterium tragen, sind keine äußeren Zeichen oder andere Symptome erkennbar. Weiterhin sind bei infizierten Stuten trotz erfolgter Deckung frühe wiederkehrende Rossen zu beobachten.

Diagnostik

Die ansteckende Gebärmutterentzündung beim Pferd kann nur durch bakterielle Untersuchungen sicher festgestellt und von anderen entzündlichen Prozessen in der Gebärmutter abgegrenzt werden. Dazu müssen von der Stute oder vom Hengst Abstriche an deren Geschlechtsorganen vorgenommen werden, die in einem speziellen Behälter innerhalb von höchstens zwei Tagen ins Labor gebracht werden müssen.

Prognose

Ist eine Stute einmal von der ansteckenden Gebärmutterentzündung betroffen, wird sie nur bei erfolgreicher Behandlung gute Chancen auf Heilung haben. Allerdings ist dafür der Ausschluss anderer entzündlicher Prozesse erforderlich. Die Wirkungen auf die Effizienz der Vermehrung besonders in Zuchtbetrieben bleiben jedoch erheblich, solange nicht alle Träger des Bakteriums erfolgreich behandelt wurden.

Therapie und Vorsorge

Die CEM kann erfolgreich mit speziellen Antibiotika und Desinfektionsmitteln behandelt werden. Dazu sind sowohl die Stuten als auch die Hengste zu behandeln. Eine erfolgreiche Therapie dauert bis zu mehreren Monaten und muss tierärztlich begleitet werden. Höchste Standards in der Hygiene der Tierhaltung und gegebenenfalls regelmäßige bakterielle Untersuchungen sind probate Möglichkeiten der Vorsorge.