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FIV - Immundefizienzsyndrom der Katzen

FIV ("Felines Immundefizienz Virus") wird der Familie der Retroviren zugeteilt und ist als "Lentivirus" ein sogenanntes "schleichendes Virus". Beim Menschen verursachen Lentiviren die Immunschwäche-Krankheit AIDS, daher auch die umgangssprachliche Bezeichnung "Katzen-AIDS". FIV kommt ausschließlich bei Katzen vor, da der Virus streng wirtsbezogen ist- eine Infizierung von Menschen ist ausgeschlossen, auch andere Tierarten sind nicht gefährdet.


Vorkommen

FIV ist weltweit anzutreffen. Das Vorkommen in Deutschland liegt bei etwa 3 bis 5 Prozent.

Ursache

Die Übertragung findet in den häufigsten Fällen durch Bissverletzungen statt, wobei Speichel als Hauptübertragungsquelle gilt. Katzenwelpen werden durch die bereits erkrankte Mutter während der Trächtigkeit oder durch die Muttermilch infiziert. Außerhalb des Katzenkörpers stirbt der Virus nach wenigen Stunden ab.

Symptome

Dauerfieber, Appetitverlust, unschönes Fell, Zahnfleischentzündung, Lymphknotenschwellungen, Entzündung der Maulhöhle, wiederkehrende und schlecht heilende Entzündungen von Haut, der Blase und den oberen Atmungsorganen. Seltener sind andauernder Durchfall und Augenentzündungen. Merkliche Gewichtsabnahme ist dagegen häufig. Bei wenigen Katzen zudem Krämpfe und Debilität. Phasen des Wohlergehens und der Leistungsfähigkeit wechseln mit vorgenannten Symptomen bei signifikanter Tendenz zur Verschärfung. Schließlich Zusammenbruch des gesamten Immunsystems.

Diagnose

FIV-positive Tiere können jahrelang ohne sichtbare Anzeichen einer FIV-Infizierung leben, ähnlich eines Menschen mit AIDS-Infizierung. Bei Auftreten vorgenannter Symptome und stetiger Verschlechterung des Allgemeinzustands der Katze ist jedoch eine Diagnose über einen sog. "FIV-Antikörpertest" zu stellen. Ein positives Testergebnis bestätigt die Infizierung. Bei mehrdeutigem Laborergebnis muss nach etwa 8 bis 10 Wochen nachkontrolliert werden um endgültigen Aufschluss zu erhalten. Zur eindeutigen Diagnose müssen zuvor positiv getestete Welpen im Alter von 6 oder 8 Monaten erneut getestet werden.

Therapie

Medikamente, die das Virus vernichten oder zumindest nachhaltig bekämpfen, gibt es bisher noch nicht. Die erkrankte Katze in Zukunft vor weiteren Infektionen zu schützen, hat daher höchste Priorität. Eventuell auftretende Infektionen lassen sich ggf. mit Antibiotika unterdrücken. Unvermeidbar ist die zukünftige Einzelhaltung der Katze, da auch fremde Katzen vor Ansteckung geschützt werden müssen. Einen Impfschutz gegen FIV gibt es nicht. Die Wirkung eines im Jahre 2002 entwickelten Impfmittels ("Fel-O-Vax") konnte aufgrund der Vielseitigkeit des FIV-Virus und des Krankheitsbildes nicht bestätigt werden. Das Mittel ist nur in den USA erhältlich und wird aufgrund des fehlenden Impferfolgs in Deutschland nicht vertrieben.